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Reutlingen

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Museum in Planung - Sanierung der historischen Häuserzeile Oberamteistraße in vollem Gang

Die Sanierung der historischen Häuserzeile in der Reutlinger Oberamteistraße ist in vollem Gang. Die bestehenden drei Fachwerkhäuser aus dem 14. Jahrhundert soll ein Neubau ergänzen, der das vor ca 50 Jahren abgerissene sogenannte "steinerne Haus" ersetzt. Die Häusergruppe soll dann zu einem Museum werden, das die Bau- und Wohngeschichte Reutlingens erzählt.

Die drei Häuser mit den Hausnummern 28, 30 und 32 seien alle gleichzeitig etwa um das Jahr 1320 errichtet worden. Damit zählen sie als eine der ältesten Fachwerkhäuserzeilen überhaupt in Süddeutschland. Das, so Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele, sei das besondere. Wer habe schon aus so einem großen Zeitraum so etwas vorzuweisen. Momentan seien die archivalische Forschung, die Bauforschung und die Archäologen dran zu schauen, was in den Häusern, im Keller und in der Umgebung zu finden sei.

Im Moment ist die historische Häuserzeile noch von Bauzäunen und Netzen bedeckt, in einigen Monaten soll es hier aber ganz anders aussehen. Dafür sorgt unter anderem das Architekturbüro wulf Architekten und das auf historische Bauten spezialisierte Bauforschungsbüro Strebewerk und Architekten.

"Wir werden diese wunderbare Fachwerkzeile wieder sichtbar machen und zu einem Museum verwandeln" erklärt Dr. Elke Nagel von Strebewerk und Architekten. Das Hauptexponat des Museums soll die Fachwerkzeile an sich sein. Deshalb müsse sie jetzt in Stand setzen und begehbar machen.

Noch müssen wir aber mit einer längeren Wartezeit rechnen, bis die Häuser für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Im Moment haben nur die planenden Architekten und fachspezifischen Wissenschaftler Zugang. Schließlich sollen die Befunde nicht verfälscht werden und auch das Tragwerk soll noch keinen größeren Belastungen ausgesetzt sein.

Bei den Untersuchungen ergeben sich zudem weitere Schwierigkeiten, wie zum Beispiel Schad- und Gefahrstoffe oder statische Probleme. Aber auch die neuen Baubestimmungen, die es vor 800 Jahren noch nicht gegeben hat, wie Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz, müssen erfüllt werden.

Ein genaues Datum für die Fertigstellung des Projekts kann die Bauhistorikerin deshalb noch nicht nennen. Fakt ist: Die Untersuchungen werden einiges an Reutlingens Geschichte aufdecken.

Das besondere sei auch die Schichtung von vielen verschiedenen Erzählgeschichten, so Nagel. Jeder, der dort wohnte und arbeitete, habe seine Spuren im Haus hinterlassen. Nun würden sich diese Geschichten übereinander stapeln und den Architekten und Wissenschaftlern sei die Möglichkeit gegeben, diese zu lesen und zu sortieren.

Bis zum Frühjahr kann es noch dauern, bis die Wissenschaftler und Architekten alle Befunde erhoben haben und es an den Vorentwurf für das Museum gehen kann. Hier gilt aber: Je länger, desto besser – schließlich bedeutet eine längere Erhebungszeit auch, dass mehr gefunden wird.


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