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Tübingen

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Schätze aus dem Alten Amerika: Ehepaar vermacht 22 Kunstwerke an Uni

Die Sammlungen der Universität Tübingen haben Zuwachs bekommen: Der Tübinger Riesenchromosomen-Forscher Claus Pelling und seine Ehefrau, die Biologin Marie Luise Zarnitz vermachten der Universität Kunstgegenstände aus Mittel- und Südamerika. Sie stammen aus einer Zeit lange vor der Entdeckung Amerikas durch die Europäer, sind also präkolumbisch. Am Dienstag-Mittag war Übergabe.

Eine Eule aus der peruanischen Chavín-Kultur ist 2.500 bis 3.000 Jahre alt und damit eines der ältesten der 22 Objekte aus der Sammlung von Claus Pelling und Marie Luise Zarnitz. Doch es ist nicht nur das Alter, was diese Objekte so wertvoll macht. Auf einem Schälchen findet sich etwas, das durch das Wüten der Europäer im 16. Jahrhundert sehr selten geworden ist: Schriftzeichen der Maya.

"Was ich zu dieser Schenkung sage: Es ist für uns natürlich eine riesige Freude", sagt Prof. Ernst Seidl, Direktor des Museums der Universität Tübigen (MUT). "Gleichzeitig ist es eine große Verpflichtung. Wir haben fast 75 wissenschaftliche Sammlungen an der Universität, die größte Anzahl an einer deutschen Uni, und für uns sind das natürlich Aufgaben."

Vor allem: Es gibt in Tübingen keine Experten, keinen Lehrstuhl für Mesoamerikanistik, der dafür zuständig wäre. Trotzdem sollen die Objekte im November in einer Sonderausstellung und langfristig in der Dauerausstellung zu sehen sein.

"Wir sind in Kontakt mit verschiedenen nicht-Tübinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, beispielsweise Nikolai Grube aus Bonn", so Seidl. "Er ist ja Spezialist für die Schriftzeichen und die Bildzeichen auf diesen Tongefäßen, wir suchen natürlich nach den Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern, um das ganze zu publizieren."

Die Kunstwerke wie zum Beispiel echtes Gold aus der peruanischen Paracas-Kultur haben die beiden Eheleute bei bekannten Auktionshäusern und renommierten Händlern erworben. Zum Teil hatten sie auch dafür Kredite aufgenommen. Marie Luise Zarnitz starb 2020 und drei Jahre später ihr Ehemann.

Prof Thomas Finkenauer, Vorsitzender der Pelling-Zarnitz-Stiftung: "Jetzt, zu seinem Tod, wollte er erneut dieser seiner alma mater noch mal etwas zugute kommen lassen und fand, dass im Schloss diese wie er sich ausdrückte kleine, aber feine Sammlung schön repräsentiert ist."

Deshalb gab es im Testament auch Auflagen: Erstens die Kommunikation der Schenkung, zweitens eine Sonderausstellung mit dazugehörigem Katalog und drittens dass die Kunstwerke ihren Weg in die Dauerausstellung finden.


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

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