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Hechingen-Stein

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Legionäre, Gladiatoren, Bacchantinnen: Römer im Schein der Fackeln

„Römer im Schein der Fackeln“ hieß es dieses Wochenende im römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein. Aber nicht nur am Abend - auch tagsüber war auf dem Gelände der ehemaligen Villa Rustica jede Menge geboten.

Einzug der Römer am Sonntag-Vormittag ins Freilichtmuseum Hechingen-Stein. Zu diesem Zeitpunkt haben die Legionäre schon einen ereignisreichen Abend mit Kämpfen gegen die Barbaren hinter sich.

„Römer im Schein der Fackeln", was einst als Abendveranstaltung begonnen hatte, hat sich zum regelrechten Herbst-Römerfest entwickelt. "Es ist ein bisschen ein größeres Römerfest geworden durch den Umstand, dass es beliebter geworden ist mit der Zeit", sagte Iris Kappler, als Gutsherrin Quintilla Gastgeberin des Römertreibens. "Wir haben klein angefangen als Herbstschlussfest, und jetzt ist natürlich die Villa im Fackelschein besonders reizvoll und auch die abendlichen Kämpfe mit Feuer und die Feuershow, und dadurch ist das Fest gewachsen, und das freut uns als Verein sehr."

Längst ist auch tagsüber jede Menge geboten. Nicht nur die Marktstände an denen die Besucher römische, keltische oder alamannische Waren kaufen können, die Original-Fundstücken nachempfunden sind.

Eine Tanzgruppe trat als Bacchantinnen auf, also Teilnehmerinnen einer der Orgien, die in römischer Zeit zu Ehren des Wein-Gottes Bacchus gefeiert wurden.

Das Herbst-Event im Museum war dieses Jahr wieder gut besucht. "Wir hatten die zwei Jahre davor natürlich veranstalten können, aber coronabedingt waren natürlich weniger Besucher auch zugelassen", sagte Kappler. "Dieses Jahr genießen die Menschen noch mal das schöne Wetter und dass man feiern kann, auch dass es hier im Freien ist." An den Autokennzeichen habe der Verein eruiert, von wo die Autos her kämen. Konstanz, Freiburg, Heilbronn und sogar Meißen seien darunter gewesen. "Wir sind begeistert, wie die Reichweite ist", sagte Kappler.

Auch die Akteure kamen zum Teil von weiter her – aus dem gesamten süddeutschen Raum, aus Österreich und der Schweiz.

Eine recht neu gegründete Gladiatorengruppe lieferte sich Schaukämpfe und zeigte den Besuchern, wie Gladiatorenkämpfe wirklich abliefen: nicht als blutrünstiges Abschlachten, bei dem die meisten während des Kampfes starben. Wer gut kämpfte und die Gunst des Publikums erwarb, der konnte auch überleben, wenn er einen Kampf verlor.

Und natürlich konnten die Besucher auch diesmal das Lagerleben der Reeenactment-Gruppen hautnahe erleben. Quasi Römer, Kelten und Alamannen zum Anfassen. "Sie sind Teil der experimentellen Archäologie", sagte Kappler. "Sie empfinden nach: Wie haben sich die Menschen ihrer Zeit gekleidet als Römer, als Alamannen, als Kelten? Sie bauen Gewandung nach, Zelte nach, Waffen recherchieren das anhand von Funden und stellen das hier da, so dass Menschen begreifen können und ein Feeling bekommen dafür: Wie könnte es sich zugetragen haben?"

So ist „Römer im Schein der Fackeln" nicht nur Spektakel sondern erfüllt auch einen museumspädagogischen Zweck: den Menschen des 21. Jahrhunderts näher zu bringen, wie die Menschen in längst vergangenen Zeiten gelebt hatten.


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