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Nachrichten aus der archäologischen Forschung

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Unesco

Foto: Livestream
Transiranische Eisenbahn und weitere neue Welterbestätten ernannt

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute vier neue Stätten ins Erbe der Menschheit aufgenommen. Dazu gehört unter anderem die Transiranische Eisenbahn, die über rund 1.400 Kilometer und vier Klimazonen hinweg das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf verbindet.

Quanzhou: Markt- und Handelsplatz der Song-Yuan-Dynastie (China)

In einer Blütezeit des asiatischen Seehandels zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert wuchs Quanzhou zu einem Handelszentrum von Weltbedeutung heran. Grund dafür war eine äußerst vorausschauende und ganzheitliche Stadtplanung, die neben territorialen und institutionellen auch soziokulturelle Faktoren berücksichtigte. Hinzu kamen die Entwicklung eines einzigartigen Produktions- und Transportwesens. Dementsprechend setzt sich die Welterbestätte aus zahlreichen unterschiedlichen Einzeldenkmälern zusammen. In ihrer Verbindung zueinander zeigen sie den großen Beitrag Quanzhous für die Entwicklung Ost- und Südostasiens auf.

Tempel von Kakatiya Rudreshwara (Ramappa), Telangana (Indien)

Der Rudreshwara-Tempel, im Volksmund Ramappa-Tempel genannt, ist das bedeutendste Shiva-Heiligtum eines großen Tempelkomplexes aus der Kakatiyan-Zeit von 1123 bis 1323. Reich geschmückt mit verzierten Balken und Säulen aus geschnittenem Granit und Dolerit, krönt ihn ein markanter pyramidenförmiger Vimana, ein horizontal gestufter Turm, aus sogenannten „schwimmenden Ziegeln". Auf dem Tempelgelände – wie auch im gesamten Komplex – befinden sich zudem zahlreiche hochwertige Steinskulpturen. Der Komplex ist damit ein herausragendes Beispiel für die Entwicklung von Kakatiya-Tempeln im Rahmen groß angelegter Landschaftsgestaltung.

Transiranische Eisenbahn (Iran)

Die Transiranische Eisenbahn verbindet das Kaspische Meer im Nordosten mit dem Persischen Golf im Südwesten des Landes. Mit ihren 360 Brücken und 224 Tunneln überquert sie zwei Gebirgszüge sowie Flüsse, Hochland, Wälder und Ebenen über 1.394 Kilometer und vier Klimazonen hinweg. Die Bahnstrecke wurde von der iranischen Regierung und 43 internationalen Bauunternehmen entworfen, 1927 begonnen und 1938 fertiggestellt. Im Gegensatz zu den meisten frühen Eisenbahnprojekten wurde ihr Bau durch nationale Steuern finanziert, um ausländische Investitionen und Kontrolle zu vermeiden. Ihre Fertigstellung war ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Landes und zur Verbindung von Zentralasien mit Westasien.

Paseo del Prado und Buen Retiro, Landschaft der Künste und der Wissenschaften (Spanien)

Die Madrider Landschaft der Künste und Wissenschaften ist ein herausragendes Beispiel für neue städtebauliche Modelle im aufgeklärten Absolutismus des 18. Jahrhunderts. Das Streben nach einer utopischen Gesellschaft illustrierend, vereinigt sie auf 200 Hektar Gebäude für Kunst, Wissenschaft, Industrie, Gesundheit und Forschung. Die für sie neuentwickelte Form einer Alameda, eine Allee, diente darüber hinaus als Inspiration für die spanisch-amerikanischen Vizekönigreiche, wo im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ähnliche Projekte umgesetzt wurden.


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: Illustration: Stephanie Abramowicz / Natural History Museum of Los Angeles County (NHM)
DAS war das erste Riesentier der Evolution - Gewaltiges Reptil Das erste Riesentier hat vor 250 Jahren im Meer gelebt: Wissenschaftler haben den Fischsaurier erforscht. Wie konnte er sich zu diesen gewaltigen Dimensionen entwickeln, und was hatte er heutigen Walen voraus?
Foto: Pixabay.de
DNA aus Eis, Staub und Erde: Vor 5.000 Jahren lebten noch Mammuts in Alaska Vor 5.000 Jahren streiften noch Mammuts durch Alaska. Das haben neue DNA-Analysemethoden ergeben. Die Mammuts haben, anders als bisher angenommen, die Klimaerwärmung vor 14.000 Jahren überstanden. Was es damit auf sich hat, und warum es wohl keine gute Idee war, wenn Archäologen früher eine Höhle komplett ausräumten, lesen Sie hier:
Foto: Pixabay.de
Denisova-Höhle: Bis zu 200.000 Jahre alte Überreste & Artifakte entdeckt Ein internationales Forschungsteam der Universitäten Wien und Tübingen sowie der Max-Planck-Gesellschaft, gelang es, fünf menschliche Überreste in der südsibirischen Denisova-Höhle zu identifizieren. Zu den Funden zählen drei Denisova-Menschen sowie ein Neandertaler mit einem Alter von rund 200.000 Jahren. Umgeben von weiteren archäologischen Funden wie Steinwerkzeugen und Nahrungsresten, geben die Funde Aufschluss über die Anpassungsstrategien dieser frühen Menschen während ihrer Ausbreitung entlang Eurasiens.

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