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Erkenbrechtsweiler

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Pilotprojekt Heidengraben - Keltenkonzept soll kulturelles Erbe bewahren

Die Kelten waren und sind ein wichtiger Bestandteil von Baden-Württemberg. Das Land will die keltischen Siedlungs- und Fundorte vernetzen und diese der Öffentlichkeit besser bekannt machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Heidengraben auf der Schwäbischen Alb.

Der Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler ist eines der wichtigsten spätkeltischen Oppidums und hat dadurch europaweite Ausstrahlung. Mit Unterstützung des Landes wird er nun als eines der ersten Pilotprojekte weiterentwickelt. Hier soll laut der Kulturstaatssekretärin Petra Olschowski, die vom Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser kurzerhand zur Keltenfürstin ernannt wurde, ein attraktiver Ort für Besucher entstehen: "Die Idee der Gemeinden hier ist es, ein Zentrum zu schaffen, an dem man wandern kann und gleichzeitig über digitale Vermittlungsprojekte die tatsächlichen archäologischen Fundstücke zum Leben erwecken, sodass beides möglich ist: das Landschaftserlebnis und das Kulturerlebnis."

Der Heidengraben ist nur eine von vielen Hinterlassenschaften der vorchristlichen Volksgruppe. Das ganze Regierungspräsidium Tübingen ist laut Tappeser keltisch geprägt: "Am Bodensee durch die Pfahlbauten. Die Heuneburg ist eine keltische Stadtansiedlung, eine stattliche Stadt. Und hier der Heidengraben. Von Norden über die Mitte nach Süden haben wir Kelten. Kelten sind unsere Vorfahren."

Der Heidengraben liegt auf den Gemarkungen Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben. Die drei Gemeinden haben sich zusammengeschlossen, um eine Konzeption zu erarbeiten.Durch das große Engagement vieler Vereine und Bürger vor Ort sowie der Gemeinde und der Gemeinderäte sei die Planung laut Olschowski an diesem Ort sehr weit vorangeschritten. Die Planungen seien inhaltlich sehr gut und sehr fundiert. "Und deswegen starten wir mit diesem Projekt hier."

Dem Regierungspräsidium Tübingen kommt dabei als Bündelungsbehörde eine besondere Funktion zu. Man brauche klaut Tappeser die verschiedenen Aspekte der Infrastruktur, der Erschließung, der verkehrlichen Erschließung, der Wasser-, der Abwassererschließung. "Wir brauchen die ökologischen Aspekte, das muss alles eingepasst werden. Es muss stimmig sein. Und dazu sind Regierungsbezirke da. Dazu sind Präsidien da, dass man die unterschiedlichen Dinge koordiniert, eintütet und zu einem guten Ergebnis führt."

Welche Kosten auf Land und Gemeinden zukommen werden, ist noch ungewiss. Aktuell sind es 16 Keltenstätten, die die Landesregierung in ihrem Konzept identifiziert hat.


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

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