Archäologie.com - Nachrichten aus der archäologischen Forschung

Nachrichten aus der archäologischen Forschung

Ägyptische Hieroglyphen Jerash Jordanien Röische Helme Stonehenge

Yakutien

Foto: RTF.1
Eismumie: 40.000 Jahre altes Pferde-Fohlen entdeckt: An den Beinen gestreift wie ein Zebra

In Yakutien hat ein japanisches TV-Doku-Team die Eismumie eines 40.000 Jahre alten Pferde-Fohlens entdeckt. Das Fohlen ist - einschließlich seiner inneren Organe - perfekt erhalten. Zum Zeitpunkt seines Todes war das Fohlen drei Monate alt.

Vom Boden des Batagai-Kraters blickt man die gewaltige, erdige Kraterwand hinauf: Weit oben stehen dünne, schmale, hellgrüne Nadelbäume fast malerisch vor hellblauem Himmel. Am Boden des Kraterrandes: Ein Gewirr aus herabgefallenen Erdbrocken, Grassoden und kreuz und quer liegenden Nadelbäumen.

Dazwischen guckert Wasser, schäumen Wasserfälle zu Boden, die sich im Krater zu Bächen und Wasserläufen vereinen. Auf einer Seite des Kraters hat sich das Wasser den Weg hinaus zur langgezogenen Ebene gebahnt, die sich anschließt. Wie eine riesige Kaulquappe sieht der Krater aus der Luft aus.

Dort, in dieser Grenzzone zwischen Erde, Frost, Morast und Erosion, haben sich die Forscher in Begleitung eines TV-Teams ihren Weg gebahnt - und machten ihren atemberaubenden Fund. Am Boden des Kraters, der sich 30 Meter tief in die seit Jahrzehntausenden fest gefrorene Erde hineingefressen hat.

An der Fundstelle im Verkhoyansky-Distrikt in Yakutien hatte sich im Permafrostboden eine kilometerweite, tiefe Depression gebildet, nachdem zu Zeiten der Sowjetunion dort der Nadelwald abgeholzt worden war. Deswegen konnte dort die Erosion ihr Werk beginnen. Fehlendes Wurzelwerk und direkte Sonneneinstahlung auf den Boden könnten die Gründe gewesen sein. Mittlerweile ist die krater-artige "Batagai"-Senke etwa einen Kilometer lang und 800 Meter breit.

Das Team, das aus Wissenschaftlern von der North-Eastern Federal University von Yakutsk, der japanischen Kindai-Universität und einer japanischen TV-Crew von Fuji-TV bestand, hatte das über und über mit Schlamm bedeckte Fohlen bei einer Begehung des Tals in 30 Meter Tiefe lokalisiert. Das berichtete der Leiter des Mammut-Museums von Yakutsk, Semyon Grigoryev. "Sein Körper hat keine sichtbaren Wunden", zitiert die Siberian Times den Wissenschaftler: "Das ist weltweit der erste Fund eines prähistorischen Pferdes mit einem solchen jungen Alter  und mit einem so erstaunlichen Erhaltungsgrad."

Das Fohlen hat dunkelbraunes Fell. Schwanz und Mähne sind erhalten. An den Beinen soll es Berichten zufolge Streifen wie ein Zebra haben, Das Fohlen wird nun von russischen Wissenschaftlern untersucht. Aus den Erdproben am Fundort will man die Umwelt zu Lebzeiten des Eiszeitpferdes rekonstruieren.

Von genetischen Analysen erhoffen sich die Wissenschaftler einen Einblick in die Abstammungsgeschichte der heutigen Pferde. Kürzlich erst hatte eine genetische Studie festgestellt, dass das aus der Mongolei stammende, wild lebende Przewalski-Pferd nicht der Stammvater der heute lebenden Pferde sein kann. Davon war man bislang ausgegangen.

Die perfekt im Permafrost konservierten Weichteile eröffnen außerdem die Möglichkeit, das Eiszeitpferd zu klonen. Bereits seit einigen Jahren laufen russisch-koreanische Forschungsprojekte mit dem Ziel, zu Tage getretene Eismumien zu klonen.

Gefunden wurden in jüngster Zeit etliche Mammute, zwei Höhlenlöwenbabies, ein junges Bison (vor 9 Jahren im selben Krater), ein Wollnashornbaby und zwei Hundewelpen - alles Eismumien, die seit ihrem Tod im ewigen Eis des sibirischen Permafrostbodens eingefroren waren und jetzt durch den auftauenden Permafrostboden zu Tage getreten sind.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version wurde als Fundort Sibirien genannt. Das Fohlen wurde aber in Yakutien gefunden.

Stand: 20.08.2019-14:10


Nachrichten aus der Region Neckar-Alb

Foto: Pixabay
300.000 Jahre altes Elefanten-Skelett entdeckt Er war drei Meter groß - rund sieben Tonnen schwer - und hatte zwei Meter lange Stoßzähne. Archäologen der Universität Tübingen haben an einer Grabungsstelle in Niedersachsen das fast vollständige Skelett eines steinzeitlichen Waldelefanten entdeckt.
Foto: RTF.1
Heuneburg und Ipf - Bund fördert Keltenstätten Der Bund fördert zwei bedeutende keltische Fundstätten in Baden-Württemberg und unterstützt damit die Keltenkonzeption des Landes.
Foto: RTF.1
Der Ipf von Bopfingen - Exkursionen & Ausflüge zum hallstattzeitlichen Fürstensitz Auffällig liegt er in der Landschaft - der Ipf, der Hausberg von Bopfingen im Umfeld des Nördlinger Rieses. Geologisch ein Zeugenberg, zeugt sein planiertes Gipfelplateau vom keltischen Fürstensitz der Hallstattzeit. Wanderer werden mit hervorragender Aussicht auf Albanstieg und Albvorland bis ins Nördlinger Ries belohnt. Jüngst wurde der Ipf vom Land in ein neues Kulturkonzept rund um bedeutende Keltenstätten in Baden-Württemberg aufgenommen.

Weitere Meldungen